Öl Auswahl für Kosmetika

choixhuile

Wie wähle ich meine Öle für meine Kosmetika? Mein erstes Ziel ist eine Kombination zu haben, die ähnlich zum Haut-Sebum ist. Dann soll die Mischung nicht zu schnell oxidieren. Schließlich möchte ich die Textur und Haptik bestimment, entweder etwas was schnell einzieht oder etwas mit Schutzfilm. Ich erkläre hier wie ich vorgehe:

Das Haut-Sebum enthält:

  •     60% Triglyceride und freie Fettsäuren
  •     25% Wachsester
  •     12% Squalen
  •     2% Cholesterinester
  •     1% Cholesterin

Jojoba-Öl ist reich an Wachsester (97%) und Olivenöl ist reich an Squalen.

In der Mischung von Triglyceriden und freien Fettsäuren ist eine Mehrheit aus gesättigten Fettsäuren (25% Palmitin-Fettsäure) enthalten. Per Definition sind die Atome der gesättigten Fettsäuren mit Wasserstoff gesättigt und deshalb sind diese Moleküle stabil. Gesättigte Fettsäuren bleiben länger in der Hautoberfläche und hinterlassen einen Schutzfilm. Sie ermöglichen eine gute Feuchtigkeit von der Hautoberfläche und das „ölige Substanz“ bleibt länger als 10 Minuten auf der Haut. Vor allem sind pflanzlichen Butter reich an gesättigten Fettsäuren. Eine Ausnahme ist Kokosbutter, die viele kurze gesättigte Fettsäure (Laurinsäure) enthält und somit schnell resorbiert.

In der Mischung von Triglyceriden und freien Fettsäuren sind noch ungesättigte (einfach und mehrfach ungesättigte) Fettsäuren enthalten. Einfach ungesättigten Fettsäuren, wie z.B. Ölsäure, enthalten eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben mehrere Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen. Die bekanntesten essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Omega-3 und Omega-6, werden nicht die vom Körper produziert (aus diesem Grund wird empfohlen Öle reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu konsumieren). Ungesättigte Fettsäuren werden durch die tieferen Schichten der Epidermis akzeptiert und dringen schnell in die Haut. Sie haben einen Restrukturierungseffekt in der Tiefe. Leider sind ungesättigte Fettsäure Oxidationsempfindlich. Faktoren, die die Oxidation begünstigen, sind Hitze und Licht. Es ist daher empfohlen, Öle reich an mehrfach ungestättigte Fettsäure, in braunen Flaschen zu lagern und nicht zu erhitzen. Um sie zu schützen kann Vitamin E hinzugefügt werden.

Um eine optimale Ölmischung für eine Creme zu machen, muss dementsprechend Ölen mit  ungesättigten Fettsäuren mit Ölen mit einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäure gemischt werden. Ich gebe unten ein paar Beispiele mit Proportionen:

Pflanzliche butter, die reich an gesättigten Fettsäuren sind (20 bis 50% der Ölmischung)

Butters sind mehr oder weniger hart, je nach Art der gesättigten Fettsäuren.

  •     Shea Butter
  •     Kokosöl (reich an Laurinsäure, zieht schnell ein)
  •     Kakaobutter

 

Öle, die reich an einfach ungesättigten Fettsäure sind (50-70% der Ölmischung)

Diese Öle enthalten eine Mehrzahl von einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA), zwischen 50 und 90% sowie gesättigte Fettsäuren und / oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

  •     Haselnussöl (85% MUFA)
  •     Olivenöl (75% MUFA)
  •     Mandelöl (75% MUFA)
  •     Aprikosenöl (65% MUFA)
  •     Avocadoöl (50% MUFA)

 

Öle, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, PUFA (5-10% der Ölmischung)

Diese Öle enthalten mehr als 50% von PUFA und oxidieren leicht. Sie sind in der Regel recht teuer.

  •     Borretschöl
  •     Nigella Öl
  •     Sanddornöl
  •     Leindotteröl
  •     Hanföl
  •     Leinöl
  •     Granatapfel-Öl
  •     Selleriesamen Öl
  •     Petersilie Samenöl

 

Es gibt Öle, die reich an einfach (MUFA) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) sind. Es kann ein guter Kompromiß sein, da sie billiger sind und nicht zu oxidationsempfindlich sind.

  •     Sesamöl (40% MUFA 45% PUFA)
  •     Argan-Öl (15% gesättigt, 45% MUFA 35% PUFA)
  •     Reiskleie-Öl (15% gesättigt, 40% MUFA, PUFA 30%)

 

Dann können Sie mit den verschiedenen Ölen und Proportionen spielen. Wenn Sie eine Schutzcreme wollen, dann wählen Sie einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und einfach ungesättigte Fettsäuren. Wenn Sie eine schnell einziehende Creme wollen, dann wählen Sie einen kleinen Anteil Butter (vorzugsweise Kokosnussbutter) und einen höheren Anteil an Ölen mit mono- und mehrfach ungesättigten Öl. Die Viskosität der Öle spielt auch eine Rolle, zum Beispiel ist Rizinusöl eher viskös und wird nicht schnell einziehen.

Für meine Creme nehme ich eine Fettphase von 20 bis 30 %. 30% eher im Winter (eher trockene Haut) und für eine Nachtpflege, 20% eher für eine Tagescreme und für den Sommer (eher fettige Haut).

Quellen

  • Cours du Dr. Humana (Formation Aromathérapie, Formation Cosmétique)
  • Olionatura
  • https://fr.wikipedia.org/wiki/Acide_gras_insatur%C3%A9
  • https://fr.wikipedia.org/wiki/Acide_gras_satur%C3%A9

 

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2 Gedanken zu “Öl Auswahl für Kosmetika

    • Tout à fait, la combinaison de tous les ingrédients joue un rôle. Mais il est possible de réaliser de très bonnes crèmes avec des ingrédients classiques sans dépenser des fortunes en ingrédients „exotiques“ ou „marketing“. La phase huileuse restant une partie importante dans une crème je préfère mettre un peu plus d’argent pour choisir une huile de qualité mais polyvalente.
      Bon weekend

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